
Vor der Gemeinderatssitzung am 25. Juni 2026 wurde im Großen Sitzungssaal des Rathauses das Ergebnis des Projekts „Mein Laaer Stadtplatz“ präsentiert. Raumplaner DI Emrich stellte die bisherigen Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprozesses und mögliche Varianten für die künftige Gestaltung des Stadtplatzes vor.
Das Ziel des Projekts klingt richtig: Der Stadtplatz soll grüner, klimafitter und attraktiver werden. Mehr Aufenthaltsqualität, mehr Schatten, bessere Gestaltung und ein Zentrum, in dem sich Menschen gerne aufhalten, sind für Laa dringend notwendig.
Wir sind für die Neugestaltung des Stadtplatzes.
Wir begrüßen die Arbeit des beauftragten Raumplaners DI Emrich. Die präsentierten Ideen sind optisch ansprechend und zeigen, welches Potenzial unser Stadtplatz haben kann.
Unsere Kritik richtet sich nicht gegen die Modernisierung. Unsere Kritik richtet sich gegen den politischen Umgang mit diesem wichtigen Projekt.
Denn schöne Pläne allein beleben keinen Stadtplatz. Entscheidend ist, ob am Ende ehrlich geplant, sauber finanziert, mit den Betroffenen gesprochen und verbindlich umgesetzt wird.
Wir warnen davor, dass aus diesem wichtigen Zukunftsprojekt eine weitere politische Ankündigung wird, die groß präsentiert, aber später nicht konsequent umgesetzt wird.
Laa hat solche Muster bereits erlebt.
Vor der letzten Gemeinderatswahl wurde das Pflegeheim im Bereich Friedhofstraße als großes Zukunftsprojekt angekündigt. Es gab große Erwartungen, Vorverträge und die Aussicht auf Unterstützung durch das Land Niederösterreich. Viele Bürgerinnen und Bürger hatten den Eindruck, dass hier rasch etwas Konkretes entsteht.
Bis heute ist von einer tatsächlichen Umsetzung wenig zu sehen.
Genau deshalb müssen beim Stadtplatz jetzt andere Maßstäbe gelten. Es braucht keine schönen Versprechen, sondern einen klaren Zeitplan, verbindliche Meilensteine und eine offene Darstellung der Kosten.
Der Stadtplatz ist zu wichtig, um als politisches Ankündigungsthema für die kommenden Jahre zu dienen.
Die präsentierten Ideen zeigen, dass der Stadtplatz mehr sein kann als Verkehrsfläche, Parkplatz und Durchzugsraum. Ein Zentrum muss Menschen einladen, dort zu verweilen, einzukaufen und sich zu begegnen.
Doch bevor über Details der Gestaltung gesprochen wird, müssen die zentralen Grundsatzfragen geklärt werden:
Wie wird der Busverkehr künftig organisiert?
Was passiert mit der bestehenden Bushaltestelle am Stadtplatz?
Wie werden Dauerparker aus dem unmittelbaren Kernbereich herausgebracht?
Wo bleiben gut erreichbare Kurzparkplätze für Kundinnen und Kunden?
Wie funktionieren Lieferzonen für die Betriebe?
Wie bleiben Geschäfte während möglicher Bauphasen erreichbar?
Welche Kosten entstehen?
Welche Förderungen sind möglich?
Wann soll welcher Abschnitt umgesetzt werden?
Ohne Antworten auf diese Fragen bleibt das Projekt ein schönes Bild, aber kein tragfähiger Plan.
Besonders deutlich wird das Problem beim Verkehr.
In der Gemeinderatssitzung am 25. Juni 2026 wurde auch das Verkehrskonzept Laa e5 behandelt. Dieses Konzept sollte eigentlich die verkehrspolitischen Weichen für die nächsten Jahre stellen. Gerade im Zusammenhang mit der Stadtplatzgestaltung wäre ein starkes, konkretes Verkehrskonzept entscheidend.
Aus unserer Sicht bleibt es aber bei den wirklich wichtigen Fragen zu vage.
Auch aus einer anderen Fraktion wurde in der Sitzung deutlich Kritik geäußert. Das zeigt: Die Zweifel an der Belastbarkeit dieses Konzepts kommen nicht nur von proLAA.
Für den Stadtplatz reicht es nicht, allgemeine Ziele zu formulieren. Es braucht konkrete Antworten auf Busführung, Haltestellen, Parkraum, Ladezonen, Fußwege, Radverkehr und Verkehrsberuhigung.
Wer den Stadtplatz neu gestalten will, muss zuerst wissen, wie der Verkehr künftig funktionieren soll. Sonst plant man auf einem Fundament, das später wieder alles blockiert.
Für uns ist klar: Das heutige Verkehrssystem am Stadtplatz ist nicht mehr zeitgemäß.
Eine der wichtigsten Fragen lautet:
Wie kann der Busverkehr samt Haltestelle sinnvoll neu organisiert werden?
Solange diese Frage offen bleibt, wird jede Stadtplatzplanung halbherzig. Der Busverkehr prägt den Platz massiv. Wer mehr Aufenthaltsqualität, mehr Grün und weniger Konflikte im Zentrum will, muss den öffentlichen Verkehr mitdenken und neu ordnen.
Dasselbe gilt für Dauerparker.
Parkplätze im Zentrum sind wertvoll. Sie sollen vor allem jenen dienen, die einkaufen, Termine wahrnehmen, Gastronomie besuchen oder kurz in die Stadt kommen. Wenn zentrale Stellplätze dauerhaft blockiert werden, schadet das der Frequenz im Zentrum.
Dauerparken mitten am Stadtplatz ist keine Standortpolitik. Es nimmt den Betrieben und Kundinnen und Kunden den Raum, den ein funktionierendes Zentrum braucht.
Besonders schwer wiegt für uns die fehlende echte Einbindung der ansässigen Wirtschaftstreibenden am Stadtplatz.
Die Unternehmerinnen und Unternehmer vor Ort sind die wahren Expertinnen und Experten für den Alltag im Zentrum. Sie wissen, wann Lieferungen kommen, wo Kundinnen und Kunden parken, welche Wege genutzt werden und welche Probleme bereits heute bestehen.
Wer den Stadtplatz beleben will, darf nicht über die Betriebe hinweg planen.
Die Geschäftsleute brauchen klare Antworten:
Wie lange dauern mögliche Bauphasen?
Wie bleiben die Betriebe erreichbar?
Wie werden Lieferzonen geregelt?
Wo können Kundinnen und Kunden parken?
Welche Belastungen kommen auf die Betriebe zu?
Welche Unterstützung gibt es, wenn Umsätze während einer Baustelle einbrechen?
Eine Informationsveranstaltung allein reicht dafür nicht. Es braucht einen eigenen Wirtschaftsdialog mit allen direkt betroffenen Betrieben am Stadtplatz. Dieser Dialog muss ernsthaft geführt werden, mit konkreten Fragen, Protokoll und nachvollziehbaren Ergebnissen.
Besonders widersprüchlich ist der Umgang mit den Betrieben rund um den Stadtplatz bei den Stellplatzabgaben.
Einerseits spricht die Stadtregierung von Belebung, Attraktivierung und Stärkung des Zentrums. Andererseits wurden die Stellplatzabgaben für betroffene Betriebe massiv erhöht, laut vorliegenden Beschlüssen sogar um das Fünffache.
Das passt nicht zusammen.
Wer die Wirtschaft im Zentrum stärken will, darf sie nicht gleichzeitig zusätzlich belasten. Gerade Betriebe am Stadtplatz brauchen Planungssicherheit, faire Rahmenbedingungen und eine Politik, die ihre Realität ernst nimmt.
Ein schönerer Stadtplatz hilft wenig, wenn die ansässigen Betriebe unter immer höheren Belastungen leiden.
Ein lebendiges Zentrum entsteht nicht durch Überschriften. Es entsteht durch funktionierende Betriebe, erreichbare Geschäfte, gute Aufenthaltsqualität und eine Stadtpolitik, die die Wirtschaft nicht nur bei Präsentationen erwähnt, sondern im Alltag unterstützt.
Ein weiterer Punkt ist die räumliche Begrenzung des Projekts.
Ein moderner Stadtkern darf nicht vor und rund um das Rathaus enden.
Wenn Laa sein Zentrum wirklich stärken will, müssen auch der Raiffeisenplatz und der Bereich vor der Volksbank fix mitgedacht werden. Diese Plätze gehören zum tatsächlichen Stadtkern. Wer sie ausklammert, riskiert Stückwerk.
Eine echte Belebung funktioniert nur, wenn Wege, Plätze, Geschäftsbereiche, Gastronomie, Aufenthaltszonen, Verkehr und Parken gemeinsam betrachtet werden.
Alles andere wäre eine optische Verschönerung eines Teilbereichs, während die Probleme rundherum bestehen bleiben.
Der Beteiligungsprozess zum Projekt „Mein Laaer Stadtplatz“ ist grundsätzlich richtig. Bürgerinnen und Bürger sollen ihre Ideen einbringen können. Jede Anregung kann helfen, den Stadtplatz besser zu machen.
Aber Bürgerbeteiligung darf nicht bedeuten, dass die Bevölkerung über schöne Varianten diskutiert, während die schwierigsten Grundsatzfragen offen bleiben.
Wer Beteiligung ernst nimmt, muss auch offen sagen:
Was ist realistisch umsetzbar?
Was kostet Geld?
Welche Verkehrsfragen sind noch ungelöst?
Welche Flächen stehen tatsächlich zur Verfügung?
Welche Entscheidungen muss der Gemeinderat treffen?
Welche Auswirkungen hat das Projekt auf Betriebe, Anrainerinnen und Anrainer sowie Kundinnen und Kunden?
Die Menschen in Laa sollen nicht ergebnislos „totplanen“. Sie haben ein Recht auf ehrliche Grundlagen.
proLAA fordert für die Neugestaltung des Laaer Stadtplatzes:
Neben der langfristigen Planung braucht es auch Verbesserungen, die rasch sichtbar werden.
Dazu zählen etwa:
Mehr mobile Begrünung.
Zusätzliche Sitzgelegenheiten.
Mehr Schatten in heißen Monaten.
Bessere Ordnung bei Kurzparkflächen.
Klare Kennzeichnung von Lieferzonen.
Saubere Wegeführung für Fußgängerinnen und Fußgänger.
Mehr Aufenthaltsqualität ohne jahrelange Wartezeit.
Nicht jede Verbesserung muss auf den großen Umbau warten. Wenn die Stadtgemeinde es ernst meint, können erste Maßnahmen rasch umgesetzt werden.
Der Laaer Stadtplatz braucht Veränderung. Darüber gibt es für uns keinen Zweifel.
Wir wollen einen schöneren, grüneren und lebendigeren Stadtplatz.
Wir wollen ein Zentrum, das Menschen gerne besuchen.
Wir wollen starke Betriebe im Stadtkern.
Wir wollen eine Lösung für Busverkehr, Dauerparker und Kundenparkplätze.
Wir wollen eine Planung, die den gesamten Stadtkern denkt.
Und wir wollen, dass dieses Projekt nicht nur angekündigt, sondern auch umgesetzt wird.
proLAA wird konstruktiv mitarbeiten, wenn ehrlich geplant, transparent gerechnet und die Wirtschaft ernsthaft eingebunden wird.
Wir werden aber klar widersprechen, wenn aus einem wichtigen Zukunftsprojekt nur die nächste große Ankündigung wird.
Kritisch in der Sache. Fair im Ton.
Für einen Stadtplatz, der Laa wirklich weiterbringt.

- Thomas Stenitzer
Mein Ziel ist es, Arbeitsplätze zu sichern, Abwanderung zu verhindern und neue Perspektiven für die Stadt zu schaffen.
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